Ein Angebot für einen Gastbeitrag besteht meistens aus drei Zeilen: Seite, Preis, Verfügbarkeit. Was fehlt, sind genau die Angaben, aus denen sich ergibt, ob sich der Kauf lohnt. Diese Angaben bekommen Sie, wenn Sie danach fragen, und die Art der Antwort sagt Ihnen mehr über den Anbieter als jede Kennzahl.

Wir bekommen solche Anfragen regelmäßig und stellen sie selbst, wenn wir einkaufen. Hier sind die sechs Fragen, in der Reihenfolge, in der wir sie stellen.

1. Zeigen Sie mir den organischen Suchverkehr der letzten zwölf Monate

Nicht Besucherzahlen, nicht Seitenaufrufe, sondern der Verkehr, der über Suchmaschinen kommt, als Bildschirmauszug aus der Suchmaschinen-Konsole. Zwölf Monate deshalb, weil eine Kurve etwas zeigt, was eine Zahl nicht zeigt: ob die Seite wächst, steht oder gerade abstürzt.

Eine fallende Kurve ist nicht automatisch ein Ausschlussgrund, aber sie ist ein Verhandlungsargument und ein Grund, genauer hinzusehen. Wer die Auskunft verweigert, hat meistens einen Grund.

2. Wo genau steht der Beitrag, und wird er intern verlinkt?

Ein Gastbeitrag, der nur unter seiner eigenen Adresse existiert, ohne in einer Kategorie, im Archiv oder auf der Startseite aufzutauchen, ist praktisch unsichtbar. Er wird weder von Lesern gefunden noch von Suchmaschinen ernst genommen.

Fragen Sie deshalb konkret: Erscheint der Beitrag in der Übersicht? Ist er über die Navigation erreichbar? Steht er in der Sitemap? Und, der aufschlussreichste Punkt: Wird von bestehenden Beiträgen auf ihn verwiesen?

3. Wie lange bleibt er stehen, und was passiert danach?

„Dauerhaft“ ist eine Zusage ohne Vertrag. Lassen Sie sich sagen, ob es eine Mindestlaufzeit gibt und was bei einem Verkauf oder einer Einstellung der Seite geschieht.

Das ist keine Haarspalterei. Fachseiten wechseln den Besitzer, und der neue Betreiber räumt regelmäßig auf. Ein Verweis, der drei Jahre halten sollte und nach acht Monaten weg ist, hat sich nicht gerechnet.

4. Wie wird der Beitrag gekennzeichnet?

Das ist die Frage, an der sich seriöse von unseriösen Anbietern am deutlichsten trennen.

Ein bezahlter Beitrag muss für den Leser als solcher erkennbar sein, und der enthaltene Verweis sollte gegenüber Suchmaschinen als bezahlt ausgezeichnet sein. Ein Anbieter, der Ihnen anbietet, auf beides zu verzichten, verkauft Ihnen ein Risiko mit.

Umgekehrt gilt: Wenn ein Anbieter von sich aus sagt, dass er kennzeichnet, dann rechnen Sie den Kauf als Werbung mit Reichweite, nicht als Maßnahme für die Suchmaschine. Beides kann sich lohnen, aber Sie sollten wissen, welches der beiden Sie gerade kaufen.

5. Wie viele bezahlte Beiträge erscheinen dort im Monat?

Diese Frage wird selten gestellt und ist außerordentlich aussagekräftig. Eine redaktionell geführte Fachseite nimmt einige wenige Fremdbeiträge auf. Wenn die Antwort im zweistelligen Bereich liegt, ist die Seite kein Magazin mit gelegentlichen Gastbeiträgen, sondern ein Verkaufsplatz mit ein wenig eigenem Inhalt.

Sie können das auch selbst prüfen, ohne zu fragen. Sehen Sie sich die letzten zwanzig Beiträge an. Wenn sie thematisch in alle Richtungen zeigen, von Zahnzusatzversicherung über Krypto bis Gartenmöbel, wissen Sie Bescheid.

6. Darf ich den Text selbst schreiben, und wer redigiert?

Wenn Sie den Text schreiben dürfen, ist das für Sie bequem und für die Seite ein schlechtes Zeichen, denn es bedeutet, dass niemand redigiert.

Der bessere Fall ist ein Anbieter, der Ihren Text annimmt, aber Änderungen verlangt, Quellen nachfragt und Werbliches streicht. Das ist mühsamer und genau das, was den Platz wertvoll macht. Auf einer Seite, deren Redaktion Ansprüche stellt, steht Ihr Beitrag in guter Gesellschaft.

Was die Antworten insgesamt aussagen

Ein Anbieter, der alle sechs Fragen ohne Zögern beantwortet, Zahlen zeigt und bei der Kennzeichnung von sich aus deutlich wird, ist die Ausnahme und meistens den höheren Preis wert.

Ein Anbieter, der ausweicht, auf Kennzahlen verweist und die Kennzeichnung als Verhandlungsmasse behandelt, verkauft Ihnen etwas, dessen Wert Sie nicht bestimmen können. Der Preis mag niedriger sein, der Ertrag ist es auch.

Und der Text selbst

Zum Schluss der Punkt, der über die Wirkung mehr entscheidet als die Wahl der Seite: Schreiben Sie keinen Werbetext.

Ein Gastbeitrag, der Ihr Angebot beschreibt, wird nicht gelesen. Ein Gastbeitrag, der eine Frage aus Ihrem Fachgebiet ernsthaft beantwortet und dabei einmal auf Sie verweist, wird gelesen, geteilt und manchmal von anderen zitiert. Der zweite kostet mehr Arbeit und ist der einzige, der sich rechnet.

Unsere eigenen Konditionen und die Reichweitendaten unserer Fachseiten stehen offen unter Linkbuilding, damit Sie die sechs Fragen bei uns gar nicht erst stellen müssen.

In eigener Sache

Charming Media verkauft selbst Plätze für Fachbeiträge, dieser Beitrag ist also nicht neutral. Die sechs Fragen stellen wir auch dann, wenn wir einkaufen, und wir beantworten sie, wenn man sie uns stellt.