Es gibt einen Moment in fast jedem Relaunch, in dem jemand fragt, ob man die alten Adressen nicht einfach weiterleiten könne. Der Moment liegt regelmäßig eine Woche nach dem Umschalten, und da ist der Schaden schon entstanden.
Weiterleitungen gehören nicht ans Ende eines Projekts. Sie gehören an den Anfang, und sie sind der Teil, an dem sich entscheidet, ob eine neue Website mit dem Rückenwind der alten startet oder bei null.
Was Sie verlieren, wenn eine Adresse verschwindet
Eine Adresse, die es seit fünf Jahren gibt, trägt zwei Dinge, die man nicht kaufen kann. Sie ist in den Suchmaschinen bewertet, und sie ist von anderen Websites verlinkt.
Das zweite wiegt schwerer. Verweise von fremden Seiten sind die Währung, in der Suchmaschinen Vertrauen messen, und sie sind mühsam entstanden: ein Fachartikel, ein Verzeichniseintrag, eine Erwähnung in einem Forum, eine Pressemeldung. Wenn die Zieladresse verschwindet, zeigen all diese Verweise ins Leere. Niemand wird sie für Sie aktualisieren.
Eine Weiterleitung bewahrt beides. Sie sagt der Suchmaschine, dass der Inhalt umgezogen ist, und leitet den Besucher dorthin. Das kostet nichts außer Sorgfalt.
Die Liste entsteht vorher
Der Ablauf, den wir bei jedem Relaunch einhalten, hat drei Schritte, und alle drei liegen vor dem Umschalttag.
Zuerst wird der vollständige Bestand der alten Adressen erhoben. Nicht aus dem Gedächtnis und nicht aus dem Menü, sondern aus drei Quellen zusammen: der bestehenden Sitemap, der Suchmaschinen-Konsole und den Server-Zugriffsdaten der letzten zwölf Monate. Die dritte Quelle ist die wichtigste und die, die am häufigsten vergessen wird, denn sie zeigt auch Adressen, die nie in einem Menü standen, aber trotzdem aufgerufen werden.
Dann wird jede alte Adresse einer neuen zugeordnet. Von Hand. Bei den meisten Websites sind das ein bis drei Stunden, und es gibt keine Abkürzung, die nicht später mehr kostet.
Zuletzt wird die Liste am Umschalttag eingespielt und am Tag danach geprüft, indem jede alte Adresse einmal aufgerufen wird. Auch das lässt sich automatisieren, und auch das wird oft nicht gemacht.
Die vier Fehler, die wir am häufigsten finden
Alles auf die Startseite. Der bequemste Weg und der teuerste. Suchmaschinen behandeln eine Weiterleitung auf die Startseite in vielen Fällen wie eine Fehlerseite, weil der Inhalt dort nicht steht. Der Besucher steht ebenfalls falsch, nämlich auf einer Seite, auf der er suchen muss, was er eigentlich schon gefunden hatte. Wenn es keine passende neue Seite gibt, ist eine ehrliche Fehlerseite mit Suchfeld die bessere Wahl.
Ketten. Alte Adresse leitet auf mittlere, mittlere auf neue, weil zwei Relaunches übereinander liegen. Jedes Glied kostet Zeit beim Laden, und ab einer gewissen Länge folgen Suchmaschinen nicht mehr. Lösen Sie Ketten auf, sodass jede alte Adresse direkt am Ziel ankommt.
Der falsche Typ. Eine dauerhafte Weiterleitung ist etwas anderes als eine vorübergehende. Wer beim Umzug die vorübergehende Variante nutzt, sagt der Suchmaschine, sie solle die alte Adresse behalten, und der Umzug wird nie bewertet. Für einen Relaunch ist die dauerhafte Variante der Normalfall.
Die vergessenen Bilder und Dateien. PDF-Dokumente, Preislisten, Bilder, die in fremden Beiträgen eingebunden sind. Sie stehen in keiner Sitemap und tauchen in den Zugriffsdaten trotzdem regelmäßig auf.
Weiterleitungen sind kein Dauerzustand
Ein Punkt, der selten gesagt wird: Eine Weiterleitungsliste, die über Jahre wächst und nie geprüft wird, ist selbst ein Problem. Sie wird bei jedem Aufruf abgearbeitet, und bei einigen tausend Einträgen ist das messbar.
Nehmen Sie sich deshalb einmal jährlich die Liste vor und schauen Sie, welche Einträge im vergangenen Jahr überhaupt benutzt wurden. Was seit zwei Jahren niemand aufruft, kann weg. Das setzt allerdings voraus, dass Sie die Benutzung messen, und das können längst nicht alle Werkzeuge.
Wir setzen dafür Linkjet ein, das Weiterleitungen verwaltet, ihre Benutzung zählt und Ketten erkennt. Der Punkt, auf den es uns ankam, war die Zählung: Ohne sie ist jede Aufräumaktion Raten.
Der Fall, den Sie heute prüfen können
Rufen Sie drei Adressen Ihrer Website auf, die es vor dem letzten Relaunch gab. Wenn Sie keine mehr wissen, schauen Sie in einen alten Newsletter oder in ein altes Angebot.
Landen Sie auf dem passenden Inhalt, ist alles gut. Landen Sie auf der Startseite oder auf einer Fehlerseite, haben Sie gerade eine Lücke gefunden, die seit dem Relaunch offen ist, und vermutlich ist sie nicht die einzige.
In eigener Sache
Hinter Charming Media und hafenstudios steht derselbe Betreiber, Linkjet ist ein eigenes Produkt. Der beschriebene Ablauf funktioniert unabhängig vom Werkzeug, auch mit einer Textdatei auf dem Server.
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