Seit dem 12. August steht eines unserer WordPress-Plugins in der Empfehlungsliste des offiziellen Verzeichnisses. Das ist der Moment, in dem üblicherweise ein Beitrag erscheint, der von einem Durchbruch berichtet. Wir haben stattdessen am Tag danach den Startwert notiert und eine Woche gewartet. Was folgt, ist deshalb kein Erfolgsbericht, sondern eine Messung mit einer Zahl davor und einer danach.

Die Zahlen vor dem Ereignis

Das Plugin heißt Hafenstudios Ads und verwaltet Werbeplätze in WordPress. Es steht seit dem 30. Juli im Verzeichnis. Am 13. August, dem Tag nach der Aufnahme in die Empfehlungsliste, zeigte die Programmierschnittstelle von wordpress.org 40 aktive Installationen und neun Bewertungen mit durchgehend voller Punktzahl. Das ist eine kleine Zahl, und wir nennen sie trotzdem, weil eine Wachstumsgeschichte ohne Startwert wertlos ist.

Zur Einordnung: Das Verzeichnis führt weit über sechzigtausend Erweiterungen. Die Empfehlungsliste zeigt davon eine Handvoll, sie rotiert, und die Aufnahme ist keine Auszeichnung, um die man sich bewirbt. Sie ist eine redaktionelle Entscheidung, die nach Kriterien fällt, die das Verzeichnis nicht vollständig offenlegt.

Die Zahlen sechs Tage später

Am 19. August zeigt dieselbe Schnittstelle 70 aktive Installationen, 13 Bewertungen und 1.356 Downloads insgesamt. Die aktiven Installationen haben sich in sechs Tagen also um 75 Prozent erhöht, die Bewertungen um vier Stück.

Bevor jemand diese Prozentzahl weiterträgt, drei Einschränkungen, die uns wichtiger sind als der Wert selbst. Erstens ist die Grundgesamtheit winzig. Von 40 auf 70 klingt nach viel und sind dreißig Installationen, das ist eine gut besuchte Fortbildung. Zweitens rundet wordpress.org die aktiven Installationen bei kleinen Zahlen in groben Stufen, die Kurve ist also treppenförmig und nicht so glatt, wie sie aussieht. Drittens, und das wiegt am schwersten: Wir haben in derselben Woche eine neue Hauptversion ausgeliefert und die Kompatibilität auf die kommende WordPress-Version gehoben. Beides beeinflusst die Sichtbarkeit im Verzeichnis ebenfalls, und beides lässt sich vom Effekt der Empfehlungsliste nicht sauber trennen. Wir werden es deshalb auch nicht behaupten.

Warum Sichtbarkeit im Verzeichnis so viel wiegt

Für Software, die über ein Verzeichnis vertrieben wird, ist die Platzierung dort kein Marketingkanal unter vielen, sondern der Hauptzugang. Wer ein Werbeplugin sucht, tippt den Begriff in die Suche seiner eigenen WordPress-Installation und installiert aus der Ergebnisliste heraus, ohne die Website des Herstellers je zu sehen. Wer in dieser Liste weit hinten steht, existiert praktisch nicht, unabhängig von der Qualität des Produkts.

Genau deshalb ist die Empfehlungsliste ein starker Hebel: Sie überspringt die Suchreihenfolge. Sie hält aber auch nicht ewig. Als wir Mitte August nachsahen, war die Platzierung innerhalb der Liste bereits gewandert. Wer daraus einen dauerhaften Kanal machen will, muss die Aufmerksamkeit in etwas umwandeln, das bleibt, nämlich Bewertungen und Nutzer, die das Plugin behalten.

Was Sie daraus mitnehmen können, ohne ein Plugin zu bauen

Die übertragbare Lehre betrifft nicht Verzeichnisse, sondern Messung. Wer eine Reichweitenmaßnahme startet, ob Empfehlungsplatzierung, Fachbeitrag, Radiointerview oder Kampagne, hat genau einen Moment, in dem der Startwert noch ehrlich erhoben werden kann, und das ist der Moment davor. Wird er versäumt, entsteht später jene Sorte Erfolgsbericht, die mit einer beeindruckenden Prozentzahl beginnt und deren Bezugsgröße niemand kennt.

Der Aufwand für den Startwert liegt bei wenigen Minuten. Der Aufwand, ihn nachträglich zu rekonstruieren, liegt bei unendlich. Und die zweite Lehre steht direkt daneben: Notieren Sie im selben Moment auch, was Sie sonst noch geändert haben. Sonst schreiben Sie einer Maßnahme einen Erfolg zu, der einer anderen gehört. Uns ist genau das passiert, und der einzige Grund, warum wir es hier benennen können, ist, dass wir es aufgeschrieben hatten.

In eigener Sache

Dieser Beitrag stammt von hafenstudios, dem WordPress-Studio von Horst Wenzel in Hamburg, und hinter hafenstudios und Charming Media steht derselbe Betreiber. Er berichtet über ein eigenes Produkt und ist damit keine unabhängige Besprechung. Alle genannten Zahlen stammen aus der öffentlichen Schnittstelle von wordpress.org und lassen sich dort jederzeit nachprüfen, es sind also keine Zahlen, die wir uns selbst ausstellen. Das Plugin finden Sie unter hafenstudios.com/adjet.html.