Kaum eine Entscheidung wird so oft aus dem Bauch getroffen wie diese. Die einen mieten, weil sie sich nicht kümmern wollen. Die anderen bauen selbst, weil sie keine monatliche Rechnung mögen. Beide Begründungen sind nachvollziehbar, und beide gehen an der eigentlichen Frage vorbei.

Was in der Mietrechnung fehlt

Der Mietpreis ist der sichtbare Teil. Daneben stehen drei Posten, die in keinem Angebot auftauchen.

Der erste ist die Staffelung. Fast alle Anbieter rechnen nach Mitgliedern, nach Kursen oder nach Umsatz. Der Preis, mit dem Sie starten, ist nicht der Preis, den Sie zahlen, wenn es läuft. Rechnen Sie deshalb immer die übernächste Stufe mit, nicht die aktuelle.

Der zweite ist die Bindung an die Oberfläche. Ihre Kursseiten, Ihre Lernpfade, Ihre Freischaltregeln entstehen im System des Anbieters und existieren nur dort. Wenn Sie später wechseln, kommen die Videos und die Texte mit, aber die Struktur nicht. Das ist der Posten, der beim Wechsel richtig weh tut, und er steht in keinem Preisvergleich.

Der dritte ist die Geschwindigkeit bei Sonderwünschen. Ein gemieteter Mitgliederbereich kann, was er kann. Wenn Ihr Programm eine Regel braucht, die der Anbieter nicht vorgesehen hat, etwa dass ein Modul erst nach einem absolvierten Gespräch freigeschaltet wird, dann gibt es dafür keinen Schalter, und es gibt auch keinen Termin, an dem es ihn gibt.

Was in der Eigenbetriebsrechnung fehlt

Auf der anderen Seite steht ein ebenso schiefes Bild. Wer selbst betreibt, rechnet mit dem Lizenzpreis der Software und vergisst vier Dinge.

Aktualisierungen kommen regelmäßig und wollen eingespielt werden. Ein Mitgliederbereich hält Kundendaten und Zahlungsdaten, das ist kein System, das man ein Jahr lang stehen lässt.

Sicherungen müssen existieren und müssen einmal zurückgespielt worden sein. Eine Sicherung, die nie getestet wurde, ist eine Vermutung.

Das Hosting muss zum Zweck passen. Ein Mitgliederbereich mit Videoauslieferung und gleichzeitigen Anmeldungen verhält sich anders als eine Firmenwebsite mit fünf Seiten. Der billigste Tarif reicht meistens genau bis zum ersten erfolgreichen Verkaufstag.

Und es braucht einen Menschen, der zuständig ist. Nicht in Vollzeit, aber benannt. Der häufigste Ausfallgrund, den wir sehen, ist nicht Technik, sondern dass niemand hinsieht.

Die Frage, an der wir es festmachen

Wir stellen Kunden inzwischen nur noch eine Frage, um die Richtung zu bestimmen: Ist Ihr Programm inhaltlich fertig oder verändert es sich noch?

Wer einen Kurs verkauft, der seit zwei Jahren unverändert läuft, braucht keine Flexibilität, sondern Ruhe. Mieten ist dann der bessere Weg, und die höheren laufenden Kosten sind gut angelegt.

Wer dagegen noch am Aufbau schraubt, Module tauscht, Gruppen unterschiedlich freischaltet und mit Preisen experimentiert, stößt beim gemieteten System ständig an Grenzen. Für diesen Fall ist der Eigenbetrieb nicht nur billiger, sondern schneller.

Die Kostenfrage ist dabei nachrangig, und das ist der Punkt, an dem wir den meisten Widerspruch bekommen. Sie wird deshalb so betont, weil sie die einzige Größe ist, die man vorher genau kennt. Alles Wichtige an dieser Entscheidung lässt sich nur schätzen, und deshalb wird über das Bekannte gestritten.

Der Weg, der beides offenlässt

Es gibt eine Zwischenstufe, die selten vorgeschlagen wird, weil sie keinem Anbieter nützt: den Mitgliederbereich auf der eigenen WordPress-Installation betreiben und die Zahlung bei der Plattform lassen, bei der sie heute läuft.

Damit fällt die Bindung an eine fremde Oberfläche weg, ohne dass Sie sich um Umsatzsteuer und Rückbuchungen kümmern müssen. Sie behalten die Struktur Ihres Programms im eigenen Haus, in einem System, das seit zwanzig Jahren existiert und das jeder Dienstleister bedienen kann. Wir setzen dafür MemberJet ein, das die Zahlungsbenachrichtigungen der gängigen Plattformen entgegennimmt und daraus Zugänge macht.

Die Prüfliste vor der Entscheidung

Bevor Sie sich festlegen, klären Sie sechs Punkte, und zwar schriftlich. Wie viele Mitglieder haben Sie in zwei Jahren, und was kostet die Stufe dann? Dürfen Sie alle Daten jederzeit exportieren, einschließlich der Angaben, wer welches Modul wann abgeschlossen hat? Wer ist im Haus zuständig, wenn etwas nicht geht? Gibt es eine getestete Sicherung? Welche Regel Ihres Programms lässt sich im System nicht abbilden, und wie leben Sie damit? Und zuletzt: Was passiert mit den Zugängen Ihrer Mitglieder an dem Tag, an dem Sie kündigen?

Die letzte Frage ist die, die am seltensten gestellt und am bittersten beantwortet wird.

In eigener Sache

Hinter Charming Media und hafenstudios steht derselbe Betreiber, MemberJet ist ein eigenes Produkt. Wir betreiben selbst sowohl gemietete als auch eigene Mitgliederbereiche, für unterschiedliche Zwecke. Die Prüfliste oben stammt aus Fällen, in denen wir eine dieser Fragen zu spät gestellt haben.